Der Goldene Leuchter in Sacharja 4 (Teil 5)

Der Goldene Leuchter Der Goldene Leuchter | Gemeinschaft über die Stiftshütte in 2.Mose 25-40

Auch in diesem Bibelkreis hat der Herr reichlich zu uns über den goldenen Leuchter gesprochen. Hierzu haben wir Verse in Sacharja 4 gelesen:

“Da kam der Engel wieder, der mit mir zu reden pflegte, und weckte mich auf wie einen, der aus seinem Schlaf geweckt wird.
Und er fragte mich: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe, und siehe, ein Leuchter, ganz aus Gold, und sein Ölgefäß oben darauf und seine sieben Lampen daran, und sieben Gießrohre zu den sieben Lampen, die oben auf ihm sind,
und zwei Ölbäume dabei, einer zur Rechten des Ölgefäßes, der andere zur Linken.” (Sacharja 4:1-3)

Aufwachen aus dem Schlaf

Gleich im ersten Vers kommt der Engel zu Sacharja und weckte ihn auf. Wie oft geht es uns nicht auch so, dass wir schlafen und aufgeweckt werden müssen?
Der Herr sagt: “Ich komme bald!”, doch wir sind immer noch so verschlafen und träge. Der Herr will zu uns sprechen: “Habe Gemeinschaft mir!”, aber ich sage: “Ich habe gerade keine Zeit”. Dieser Vers hier sollte uns alle aus unserem Schlaf aufwecken, damit wir hören können, was der Geist den Gemeinden heute sagt.

Die Gießröhren zu den einzelnen Lampen

In Vers 2 sieht Sacharja einen Leuchter mit sieben Lampen ganz aus Gold mit einem Ölgefäß darüber. Dabei besitzt jede der sieben Lampen sieben Gießröhren, die direkt mit dem Ölgefäß darüber verbunden sind. Dies wird beispielsweise in der Luther-Übersetzung (1912) in Vers 2 noch deutlicher:

“Ich sehe; und siehe, da stand ein Leuchter, ganz golden, mit einer Schale obendarauf, daran sieben Lampen waren, und je sieben Röhren an einer Lampe

Damit gibt es insgesamt 7 x 7 = 49 Gießröhren! Viele kleine und feine Gießröhren, durch die das Öl – der Heilige Geist – reichlich fließen kann. Dies ist ein Bild auf die Gemeinde des Herrn und zeigt sein Prinzip beim Aufbau der Gemeinde. Er lässt das Öl nicht nur durch ein einzelnes Rohr fließen, nein, beim Herrn gibt es 49 Gießröhren!

In den meisten Gemeinden heute findet sich nur ein großes Gießrohr, eine Person, die alles trägt. Diese Person ist der “Kanal”, alles kommt von ihr, sie ist die einzige, die mit der Quelle verbunden ist. Die Gemeinde kann aber nicht nur durch ein Rohr verbunden sein – Sacharja zeigt uns nämlich ein anderes Bild. Heute sind allerdings viele Gemeinden so organisiert, dass es nur ein großes Rohr gibt, durch das alles fließt.

Doch was geschieht, wenn dieses Rohr verstopft ist? Wenn es nur eine Gießröhre gibt und durch diese das Öl nicht fließen kann, was passiert? Der Leuchter geht sofort aus. Wenn der Pastor plötzlich fehlt, was macht dann die Versammlung?

Im Goldenen Leuchter zeigt sich Gottes Souveränität

Nicht so bei Gottes goldenem Leuchter! Auch wenn eine Röhre verstopft ist, dann kann das Öl immer noch durch die anderen 48 Gießröhren fließen. Das Bild in Sacharja zeigt uns, dass es immer mehrere direkte Verbindungen zu einer Lampe gibt, die einen Zugang zu dem Ölgefäß haben. Wenn dann eine eine Röhre ausfällt, dann fällt nicht direkt die Lampe aus.

Das ist die Weisheit des Herrn. Er ist nicht abhängig von ein oder zwei Gießröhren mit großem Durchmesser in der Gemeinde, durch die das ganze Öl fließt. Auch wenn eine der 49 Gießröhren verstopft ist, dann wird der Herr andere benutzen, um das Öl weiter fließen zu lassen. Der Herr wird andere Menschen finden — er wird die Menschen finden, die sein Werk vollenden.

Daher braucht es unser Gebet, wir sollen den Herrn darum bitten, dass durch uns das Öl fließen kann. Wenn wir merken, dass wir schlafen, dann ist jetzt der Zeitpunkt, aufzuwachen und uns als Röhre reinigen zu lassen.

Die zwei Ölbäume

In Vers 3 sieht Sacharja außerdem noch “zwei Ölbäume […], einer zur Rechten des Ölgefäßes, der andere zur Linken”. Im Kontext des Buches Sacharja zeigt sich, dass diese beiden Ölbäume für Serubbabel und Jeschua stehen. Serubbabel war ein „Fürst Judas” und repräsentiert damit die Königsherrschaft, Jeschua war Hohepriester und repräsentiert damit das Priestertum.

Diese beiden sind es, die die Quelle des Öls darstellen. Von ihnen kommt das Öl für das Ölgefäß, aus welchem es dann durch die 49 Gießröhren in die einzelnen Lampen fließt. Welch ein wunderbares Bild für uns heute! Dies macht deutlich, dass wir uns um die Königsherrschaft und das Priestertum kümmern sollen.

Der Priesterdienst ist so wichtig, denn wenn er fehlt, dann fehlt auch die Quelle des Öls. Selbiges gilt auch für das Königtum – ohne Könige und Priester gibt es also kein Öl.

“und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen von den Toten und Herrscher über die Könige der Erde. Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.” (Offenbarung 1:5-6)

Heute im Neuen Bund hat uns der Herr alle zu Königen und Priestern gemacht. Sind wir uns dessen bewusst? Wir können kein Leuchter sein ohne die Priesterschaft. Daher müssen wir uns fragen: Gibt es dort, wo ich bin, diese königliche Priesterschaft des Herrn? Jetzt ist die Zeit, den Priesterdienst auszuüben!