Dein Reich komme!

“Betet ihr daher so: Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde” (Matthäus 6:9-10). Zwar können wir alle dieses Gebet auswendig sagen seit unserer Schulzeit. Aber beten wir es heute immer noch? Ich glaube, in unserem täglichen Gebet haben wir noch nicht so ein Verlangen, für das Kommen des Reiches Gottes zu beten.

Das Reich Gottes – der Brennpunkt von Gottes ewigem Vorsatz in der Bibel

Das ist das Anliegen in dieser Konferenz: „Dein Reich komme auf der Erde.“ Zwar können viele von uns dieses Gebet seit der Schulzeit auswendig hersagen, aber beten wir es heute immer noch? Ich glaube, in unserem täglichen Gebet haben wir kein nachhaltiges Verlangen nach dem Kommen des Reiches Gottes.

In dieser Konferenz werden wir sehen, dass das Reich Gottes der Brennpunkt der ganzen Bibel ist. In der Vergangenheit haben wir vor allem betont, dass Christus der Retter, der Erlöser und das Leben ist. Aber ist der Herr auch der König in der Gemeinde? Dieses Bewusstsein fehlt uns noch. Wir sagen zwar: „Herr Jesus!“ Aber können wir auch sagen: „König Jesus“? Wir müssen zugeben, dass wir ihn bisher kaum so genannt haben, weil wir uns noch wenig bewusst sind, dass der Herr der König der Könige und Herr aller Herren ist.

Der Herr, der König der Könige und Herr der Herren wird auf dieser Erde herrschen

Wenn der Herr zurückkommt, kommt er nicht als Erlöser, auch nicht als das Leben, sondern als König aller Könige und Herr aller Herren, um auf dieser Erde zu herrschen. Wenn wir die heutige Situation unter den Nationen betrachten, sei es in der Ukraine, in Syrien, im Iran, in Bangkok, in Ägypten, in den USA oder hier in Europa, dann steigt in unseren Herzen ein Verlangen auf: „Herr, du musst bald kommen!“ Ohne ihn gibt es in diesen Ländern gar keine Lösung, keine Zukunft und keine Hoffnung. Es herrschen Korruption, Krieg und Sünde. Alles, was nicht recht ist, wird heute legalisiert, auch der moralische Niedergang. Es ist nicht einmal gut, darüber zu reden, aber wir brauchen ein Bewusstsein, dass es so nicht weitergehen kann. Ich glaube, die ganze Schöpfung seufzt (Röm. 8:22) in unserer Zeit noch mehr als vor 100, 500 oder vor 1000 Jahren.

Römer 8:23 „Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns … Ich bezweifle, dass wir angesichts der Situation alle seufzen. Vielleicht denken wir, der Zustand der ganzen Welt sei doch gar nicht so schlecht, besonders nicht in Deutschland. Aber in Wirklichkeit braucht die Welt den Herrn. Alle Nationen brauchen ihn. Er ist die einzige Lösung.
Und doch ist der Herr noch nicht gekommen. Warum? Ist die Welt noch nicht schlimm genug? Sicher ist die Welt schon reif für die Wiederkunft des Herrn. Aber wir müssen fragen: Sind die Gemeinden heute für die Wiederkunft des Herrn bereit? Wie weit seid ihr schon gekommen? Noch nicht weit genug! Ich kann auch nicht sagen, ich sei schon bereit. Aber ich möchte zubereitet werden. Ich habe dem Herrn sehr oft gesagt: „Herr, ich möchte es schaffen! Wenn dein Reich erscheint, möchte ich dabei sein. Ich möchte es nicht verpassen.“

Denken wir bloß nicht, dass alle Christen in das Tausendjährige Reich hineinkommen werden, wenn es so weit ist. Die Bibel sagt das Gegenteil. Wir werden in diesen Tagen die Tatsachen über das Reich Gottes hoffentlich klar sehen. Ich habe dem Herrn gesagt: „Herr, du musst es uns klar und einfach machen!“ Wir haben ein farbiges Schaubild über das Reich Gottes von der vergangenen Ewigkeit bis zum Neuen Jerusalem erstellt. Möge der Herr unsere Augen auftun damit wir die Bedeutung seines Reiches sehen!

Der Herr lehrt die Jünger, für das Reich zu beten (Mt. 6:9-10)

Als die Jünger Jesus baten: „Herr, lehre uns zu beten!“ hat der Herr als Erstes gesagt: „Betet ihr daher so: Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde“ (Mt. 6:9-10). Denn das Wichtigste ist die Herrlichkeit des Vaters. Das soll heute in unserem Herzen an erster Stelle stehen, dass der Vater verherrlicht wird bei allem, was wir tun, besonders in der Gemeinde. Nicht, ob wir verherrlicht werden! Keiner von uns ist wichtig. Wir müssen sogar sagen: „Vater, wir sind nichts.“ Wehe, wenn wir uns selbst verherrlichen wollen! In der Gemeinde sollen wir bei allem, was wir tun, zuerst an die Verherrlichung des Vaters denken, an seinen Willen. Was will der Vater, nicht was will ich? Was wir wollen, ist nicht wichtig.

Trachtet zuerst nach seinem Reich

Heute sind für mich viele Dinge nicht mehr wichtig. Wenn wir jünger sind, denken wir, unsere Karriere sei wichtig, oder unsere Arbeit und unsere Familie. Ich sage nicht, das alles sei unwichtig. Aber für mich ist es nicht mehr so wichtig wie früher. Was ist für dich heute wichtig? Eine Weltreise? Vielleicht bist du ein junger Mann, hast dein Gymnasium gerade beendet und möchtest noch die Welt sehen. Ist das dein größter Wunsch? Vielleicht ist es dein Wunsch, China zu sehen. Was ist so wichtig in China? Ich möchte lieber das Reich Gottes sehen! Hat der Herr nicht gesagt: „Trachtet aber zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles dazugegeben werden“ (Mt. 6:33). Wonach trachtest du als junger Mensch zuerst?

Wir leben in einer Zeit, in der der Herr zurückkommt. Ich hoffe, dass wir Älteren es noch erleben. Aber ich bin sicher, dass ihr Jüngeren es erleben werdet – vorausgesetzt, ihr bleibt gesund bis zum Kommen des Herrn. Es kann nicht mehr so lange dauern.

In der Konferenz über das Buch Daniel (Frühjahrskonferenz 2010) haben wir in Daniel 2 Nebukadnezars Traum von dem Standbild und der Beschreibung der vier Weltreiche gesehen: Der Kopf stellt Nebukadnezar dar, die Füße ganz unten unsere heutige Zeit. Wie groß ist ein Fuß im Vergleich zum Leib? Sollte es zutreffen, dass wir heute in diesem Bild beim Fuß angelangt sind, kann es nicht mehr sehr lange dauern.

Der Zustand der Welt heute – wie zur Zeit von Noah und Lot

Auch hat der Herr gesagt, dass es bei seiner Wiederkunft wie zur Zeit Noahs sein wird – und auch wie zur Zeit Lots (Luk. 17:26-30). Heute ist es tatsächlich so. Immer mehr geht es überall zu wie in Sodom und Gomorrha. Und solches Tun wird sogar legalisiert und gefördert, und man fordert von uns Toleranz gegenüber jeder Unmoral. Wir leben also heute in einer Zeit wie der von Lot.

Das Kommen des Reiches erwarten

Denkt nicht, wir haben noch sehr viel Zeit. Deshalb kam in den vergangenen Frühjahrskonferenzen immer wieder die Wiederkunft des Herrn zur Sprache. Der Herr muss unsere Augen öffnen. Es geht nicht nur um ein Thema. Ich möchte in den Konferenzen nicht nur irgendein Thema behandeln, ich möchte wissen, was im Herzen des Herrn ist, was er heute in allen Gemeinden tun möchte. Das allein ist wichtig für uns.

Der Herr möchte uns die Augen über das Kommen seines Reiches öffnen. Daher haben wir diesen Titel gewählt: „Dein Reich komme auf der Erde.“ Dies muss heute das ernsthafte Gebet aller Heiligen sein. Aus dem Geist heraus beten wir: „Vater, dein Reich muss bald kommen!“ Und am Ende der Gliederung haben wir geschrieben: „Amen. Komm, Herr Jesus!“ Ich wünsche sehr, dass der Herr bald kommt – sogar früher, als wir erwarten.
Die damaligen Apostel glaubten, dass der Herr zu ihrer Zeit kommen würde. Das war vor 2000 Jahren. Heute, 2000 Jahre später, sagen manche vielleicht: „Damals glaubten sie, aber der Herr ist nicht gekommen. Also brauchen wir heute auch nicht daran glauben.“ Doch jeder wahre Gläubige sollte dieses Verlangen nach der Wiederkunft des Herrn haben. Ich hoffe, dass der Herr zu meiner Zeit kommt. Betet für mich, dass ich gesund bleibe! Ich möchte diesen Glauben gern in eure Herzen säen, damit ihr glaubt und wünscht und erwartet, dass der Herr in eurer Zeit kommt.

Buße tun für das Reich

In der Gliederung zu dieser Konferenz haben wir einige Verse aus dem NT über das Reich Gottes aufgeführt. Betrachten wir zunächst die Verse im Matthäusevangelium. Bevor der Herr zum ersten Mal auf diese Erde kam, trat sein Vorläufer, Johannes der Täufer, auf. Was hat er gepredigt? „Tut Buße, denn“ – die Erlösung, die Errettung? nein – „das Reich der Himmel ist nahe gekommen“ (Mt. 3:2). Wie oft hast du das schon gepredigt? Du denkst vielleicht, die Leute könnten das komisch finden und dich für einen Zeugen Jehovas halten. War Johannes der Täufer etwa ein Zeuge Jehovas? Ich glaube nicht, dass wir diese Gewohnheit oder diesen Mut haben, so ein Evangelium des Reiches heute zu predigen. Aber wisst ihr, warum sowohl Johannes der Täufer als auch der Herr (4:17), als auch die 70 Jünger (Luk. 10:9), die der Herr ausgesandt hatte, alle das Reich Gottes gepredigt haben? Weil die Juden damals auf das Kommen des Königreichs warteten. Für die Juden ist der Messias nicht der Erlöser, sondern der gesalbte König. Wenn der Messias kommt, dann kommt auch das Reich, und er wird als König herrschen. Und das ist tatsächlich so. Denn Sacharja 9:9 sagt: „Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir …“

In den vergangenen 2000 Jahren wurden die Herrschaft und das Reich Gottes vernachlässigt und vorwiegend die Erlösung, die Errettung, und die Wiedergeburt gepredigt und dass der Herr unser Leben ist. Das Reich war gar nicht mehr in unserem Blickfeld. Und doch hat der Herr in seiner Weisheit nicht das Johannesevangelium, das vor allem das Leben betont, sondern das Matthäusevangelium als erstes der vier Evangelien gesetzt. Wir wissen, dass dieses das Evangelium vom Reich ist. Selbst in der Gemeinde ist das Reich für viele nur eine Erkenntnis, ein Begriff. Denn wenn wir das Evangelium predigen, predigen wir nicht das Reich. Zu unserer Schande müssen wir bekennen, dass wir das Reich nicht einmal erwähnen.

Der auferstandene Herr redete zu seinen Jüngern 40 Tage über das Reich

Wie lange ließ der Herr sich nach seiner Auferstehung noch auf dieser Erde sehen? Vierzig Tage lang. Worüber hat er in diesen vierzig Tagen geredet? Über die Erlösung? Über Leben? Über den Aufbau der Gemeinde? In Apostelgeschichte 1:1-3 lesen wir: „Den ersten Bericht habe ich (Lukas) verfasst, … über alles, was Jesus anfing zu tun und zu lehren bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. Ihnen hat er sich auch lebendig erzeigt nach seinem Leiden durch viele sichere Beweise, indem er sich vierzig Tage lang unter ihnen sehen ließ und von den Dingen des Reiches Gottes redete.“ Zwei Dinge hat der Herr getan: Erstens hat er sich sehen lassen. Wir müssen alle wissen, dass er lebendig ist. Und zweitens hat er mit seinen Jüngern vierzig Tage lang über das wichtigste Thema geredet, nämlich über das Reich Gottes.

Wir sind errettet und in sein Reich versetzt

Die Apostelgeschichte zeigt uns, wie viel die Jünger über den Herrn als den Christus und König geredet haben: „Und nachdem sie ihm einen Tag bestimmt hatten, kamen noch mehr zu ihm ins Quartier, denen er das Reich Gottes auslegte und ernstlich Zeugnis gab; und er suchte sie von Jesus zu überzeugen aus dem Gesetz des Mose wie aus den Propheten vom Morgen an bis zum Abend“ (Apg. 28:23).

Was machen wir von morgens bis abends, besonders diejenigen, die vollzeitig dienen? In den letzten zwei Wochen vor der Konferenz haben wir uns vom Morgen an bis zum Abend mit dem Reich Gottes befasst. Das ist etwas Wunderbares. Je mehr ich das sehe, desto mehr muss ich beten: „Herr, dein Reich komme!“ Das ist so sehr im Herzen des Vaters. Paulus hat das Reich Gottes ausgelegt und ernstlich darüber Zeugnis gegeben. Auch er war ganz für das Reich Gottes hingegeben und dem Vater dankbar, „der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe“ (Kol. 1:13).

Durch die Wiedergeburt in das Reich Gottes hineinkommen

Johannes hat über die Wiedergeburt geredet (Joh. 3) Redest du oft über die Wiedergeburt? Und worüber redest du dann? „Du hast einen Geist und in deinem Geist wirst du von neuem geboren; am Anfang bist du vom Fleisch geboren, jetzt musst du in deinem Geist vom Geist Gottes wiedergeboren werden. Dann hast du das Leben Gottes empfangen und bist ein Kind Gottes.“ Aber sagst du den Menschen auch, dass sie durch die Wiedergeburt in das Reich Gottes hineinkommen? Und: „Wenn du nicht wiedergeboren bist, kannst du das Reich Gottes nicht sehen“ (Joh. 3:3). Was ist also das Ziel der Wiedergeburt? Wozu muss ein Mensch wiedergeboren werden? Für das Reich! Nicht nur, damit sie das Reich sehen, sondern vielmehr dass sie in das Reich Gottes hineinkommen (Joh. 3:5). Der Herr hat zu Nikodemus gesagt: „Wenn du nicht wiedergeboren bist, kommst du nicht in das Reich hinein.“ Die Wiedergeburt ist also auch für den Herrn sehr wichtig. Es geht nicht nur darum, dass du wiedergeboren und zu einem Sohn Gottes wirst, sondern auch darum, dass du in das Himmelreich hineinkommst.

Die Gemeinde, das Reich Gottes

Heute bauen wir die Gemeinde auf. Haben wir das Bewusstsein, dass die Gemeinde das Reich Gottes ist? In Apostelgeschichte 28:30-31 wird von Paulus berichtet: „Und er blieb zwei volle Jahre in seiner eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen, verkündigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert.“ Hast du eine Wohnung? Was machst du darin? Essen und schlafen. Und was hat Paulus in seiner Mietwohnung gemacht? Er nahm alle auf, die zu ihm kamen, und verkündigte das Reich Gottes, nicht nur die Erlösung. Das müssen wir alle lernen. Es geht um das Reich Gottes. Und er lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert. Hast du Freimut, oder hast du Angst? Wenn du über das Reich redest, dann brauchst du auch Freimut, denn es geht dabei auch um einen Kampf.

„Dein Reich komme … auf der Erde“ (Mt. 6:10)

Gott möchte mit uns Menschen sein Reich auf dieser Erde errichten. Deshalb ist das Reich so wichtig und es geht nicht ohne einen Kampf. Es gibt einen Feind in diesem Universum, es gibt Mächte und Gewalten, die über diese Welt, über diese Erde herrschen und ihre Herrschaft nicht hergeben möchten. Viele Christen haben den Wunsch, in den Himmel zu gehen und der Feind Gottes wird alles tun, um sie darin zu bestärken. Aber wenn wir beten: „Vater, dein Reich komme auf der Erde“, warum wollen wir dann in den Himmel gehen? Ich bin überzeugt, dass nach dieser Konferenz keiner von euch mehr in den Himmel gehen, sondern vielmehr mit Christus diese Erde einnehmen möchte. Denn Gott will sehen, dass sein Reich auf dieser Erde kommt.

Das Ziel des Gemeindelebens – der Aufbau des Reiches

Ich bin sicher, dass Paulus, als er vom Herrn Jesus Christus redete, nicht nur den Erlöser meinte, sondern auch den Herrscher, den König, mit dem wir einmal gemeinsam herrschen werden. Wenn du schon weißt, dass du mit dem Herrn herrschen wirst, dann solltest du auch beten: „Herr, wann kommt dein Reich?“ Und: „Herr, wie kommt dein Reich auf diese Erde?“ Nicht nur wann, sondern auch wie kommt dein Reich auf diese Erde?

Dann müssen wir uns auch fragen, was wir hier in der Gemeinde tun. Bauen wir mit an diesem Reich? Oder wollen wir nur eine gute Versammlung haben? Geht es uns nur um eine gute Botschaft am Sonntag? Oder haben wir wirklich gelernt, den Herrn in unseren Herzen herrschen zu lassen? Stehen wir in der Gemeinde gemeinsam unter seiner Herrschaft? Ist der Herr unser aller König?

In 1.Korinther 15 spricht Paulus darüber, was am Ende geschehen wird: „… danach das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er vernichtet haben wird alle Regierung und alle Gewalt und Kraft. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße legt“ (V. 24-25). Was geschieht also am Ende? Der Herr wird am Ende das Reich empfangen. Alle Reiche dieser Welt werden zum Reich Gottes und seines Christus werden (Offb. 11:15). Und das wird auch unser Ende sein im Gemeindeleben. Wenn wir das Gemeindeleben heute aufbauen, wird das Endergebnis das Reich sein. Aber wie können wir dieses Endergebnis erlangen, wenn wir heute kein Bewusstsein vom Reich haben und den Herrn nicht immer mehr in uns herrschen lassen? Wer herrscht heute in der Gemeinde? Wer herrscht in deiner Familie, in deiner Ehe? Wer herrscht in dir? Wer herrscht in unseren Diensten in der Gemeinde? Der Herr muss herrschen!

Es heißt hier auch: „… wenn er vernichtet haben wird alle Regierung und alle Gewalt und Kraft.“ Haben wir in der Gemeinde diese weite Sicht, oder dreht sich alles nur um uns selbst. Wir müssen erkennen, welchen Einfluss die Gemeinde auf dieser Erde hat, auf unser Land und auf die Regierung. Dieses Bewusstsein fehlt uns. Für manche von uns besteht das Gemeindeleben nur aus einer Versammlung am Sonntag und vielleicht noch aus der Gebetsversammlung und der Hausversammlung, mehr nicht. Unsere Sicht ist so eng. Auch meine Sicht ist noch zu eng, ich möchte, dass sie erweitert wird.

Der geistliche Kampf der Gemeinde

Was Paulus in Epheser 6:12 sagt, beachten wir immer noch zu wenig: „… denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Mächten und Gewalten …“ Alle Nationen der Erde werden heute von diesen Mächten und Gewalten beherrscht, wie wir auch in Daniel 10 sehen. Der Fürst des Königreichs Persien (V. 13) und der Fürst von Griechenland (V. 20), das sind Mächte und Gewalten. Sie herrschen über die Reiche dieser Welt und lenken sie. Auch heißt es in 1.Johannes 5:19: „Die ganze Welt liegt in dem Bösen.“ Wer soll ihn bekämpfen? Nur der Herr alleine? Wenn nur der Herr alleine kämpfen würde, wäre die ganze Sache schon längst erledigt. Aber in Epheser 6 heißt es, dass die Gemeinde mitkämpfen soll. Und haben wir, die wir heute die Gemeinde aufbauen und den Aufbau der Gemeinde mehr betonen als sonst jemand, dieses Bewusstsein, den Feind völlig zu besiegen? Oder fürchten wir uns vor ihm? Wer in den Krieg zieht, darf keine Angst haben.

Das Beispiel Gideons

Erinnert ihr euch an die Geschichte von Gideon (Richter 7)? Wie viele waren es am Anfang? 32.000. Dann sagte der Herr zu Gideon: „Wer furchtsam und verzagt ist, der kehre um.“ Alle, die Angst haben, sollen nach Hause gehen und nicht in der Armee bleiben. Ich meine nicht, ihr sollt nicht mehr in der Gemeinde bleiben. Aber wenn es um Kampf geht, sollen nur die Mutigen hingehen. 22.000 sind nach Hause gegangen und nur 10.000 bei Gideon geblieben. Dann sagte der Herr zu Gideon: „Noch immer ist das Volk zu zahlreich.“ Wie? Würdest du lieber mit 32.000 oder mit 10.000 in den Krieg ziehen? Natürlich mit 32.000. Aber für den Herrn waren 32.000 zu viel. Auch 10.000 waren für ihn noch zu viel. Dann sagte der Herr: „Führe sie ans Wasser hinab, ich will sie dort läutern … Jeden, der mit seiner Zunge vom Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle gesondert für sich; und auch jeden, der sich auf seine Knie niederlässt, um zu trinken! … Und die Zahl derer, die leckten betrug dreihundert Mann.“ Alle übrigen, die es sich bequem machten und mit der Hand das Wasser leckten, wurden nach Hause geschickt. So kannst du nicht kämpfen, selbst wenn du Mut hättest. Hast du schon einmal Männer gesehen, die mit Krawatte und Anzug in den Kampf gezogen sind? Wenn wir kämpfen wollen, dann dürfen wir uns nicht zieren und nicht so lange hin und her überlegen. Sonst kommen wir zu keiner Entscheidung und nichts wird vollbracht. Als wir vor vielen Jahren die Vision sahen, sind wir mutig mit dem Herrn vorangegangen – und der Herr hat uns gesegnet.

Das Reich hat also mit Kampf zu tun. Deshalb sagte Paulus: „…wenn er vernichtet haben wird alle Regierung und alle Gewalt und Kraft.“ – Es geht um das Reich. – „Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße legt.“ Helfen wir ihm als seine Gemeinde dabei?

In Psalm 110 haben wir gelesen, dass der Herr aufgefahren ist und zur Rechten des Vaters, zur Rechten Gottes sitzt, bis alle Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. Es geht nicht um irgendein Werk für den Herrn. Du kannst das Evangelium predigen – davor hat der Feind keine Angst. Aber was kommt nach der Errettung? Was bauen wir hier in der Gemeinde? Das Reich! Das müssen wir heute sehen. Das bedeutet nicht, dass das, was der Herr uns früher gezeigt hat, falsch war. Aber es ist nicht ausreichend. Der Herr will uns ein Bewusstsein für das Reich geben. „Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße legt.“

Gemeinsam und in Einheit gegen den Feind stehen

„Im Übrigen – seid gestärkt in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr den systematischen Angriffen des Teufels widerstehen könnt; denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Mächten, mit den Gewalten, mit den Weltbeherrschern dieser Finsternis, mit den bösen Geistern in den Himmeln“ (Eph. 6:10-12). In der letzten Zeit frage ich mich oft: Hat der Feind Angst vor uns, in dem Zustand, in dem wir uns befinden? Manchmal kämpfen wir gegeneinander, anstatt gegen Satan. Wir kritisieren uns gegenseitig und streiten miteinander. Wie oft streiten die Christen? Wer gewinnt, wenn wir gegeneinander kämpfen? Natürlich der Feind! Und er freut sich, weil wir für ihn gute Arbeit leisten. Wir helfen ihm, indem wir uns gegenseitig bekämpfen. Sogar wird er sagen: „Bravo. Nur weiter so!“ Aber was wird wohl der Herr dazu sagen? Es gibt so viele Spaltungen unter uns Christen, fast täglich gibt es Streit. Und der Feind bedankt sich bei uns dafür.
Wir sind schon einen großen Schritt vorangekommen in dem Bewusstsein, dass die Gemeinde in einem Kampf steht. „Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Mächten, mit den Gewalten, mit den Weltbeherrschern dieser Finsternis, mit den bösen Geistern in den Himmeln.“ Sind wir für diesen Kampf schon völlig ausgerüstet? Sind wir gewappnet? Haben wir die ganze Waffenrüstung bereits angezogen?

Christus, der König und die Gemeinde, sein Königreich

„… und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen von den Toten und Fürsten über die Könige der Erde. Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat mit seinem Blut und uns zu einem Königreich gemacht hat, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen“ (Offb. 1:5-6). Er hat uns zu einem Königreich gemacht. In anderen Übersetzungen heißt es: Er hat uns zu Königen gemacht. Beides ist richtig. Es ist ein besonderes Königreich: Ein Reich von Königen, von Mitherrschern. Seid ihr euch bewusst, dass wir ein Königreich sind? Seid ihr nur die Gemeinde, nur eine Versammlung? Oder seid ihr ein Königreich? Und wer ist der König in diesem Reich? Es ist der Herr! Er möchte, dass wir mit ihm zusammen herrschen. Eigentlich ist dies nichts Neues. Das hat der Herr schon in 2.Mose 19:5-6 zu seinem Volk gesagt: „Wenn ihr tut, was ich euch befohlen habe und meine Gesetze haltet, dann werdet ihr für mich eine heilige Nation sein, ein Königreich von Priestern, ein besonderes Volk.“

Sie werden herrschen auf Erden

„Und sie singen ein neues Lied und sagen: Du bist würdig, die Schriftrolle zu nehmen und ihre Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und allen Nationen und hast sie unserem Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden“ (Offb. 5:9-10). Wo willst du herrschen? Im Himmel, oder doch lieber mit Christus zusammen auf der Erde, wenn der Herr als der König aller Könige auf diese Erde kommt und sein Reich errichtet? Wenn wir dafür bereit sind, dann kommt das Tausendjährige Reich, dann wird der Herr mit seinen Königen herrschen. Dann wird Jerusalem hier auf dieser Erde wieder wichtig, wie wir letztes Jahr im Buch Hesekiel gesehen haben. In Jerusalem wird der Sitz unseres Königs sein. Dort wird sein Thron stehen, sein Heiligtum und sein Tempel. Von hier, nicht vom Himmel her, wird er über alle Nationen, herrschen. Das ist das Kommen seines Reiches. Die ganze Bibel spricht davon.

Im Gemeindeleben an der Seite des Herrn kämpfen

Seit über 40 Jahren, bis zum heutigen Tag, haben wir im Gemeindeleben gekämpft. Wir stehen auf der Seite des Herrn und kämpfen. Natürlich gibt es auch Errettung, Erlösung, Leben und Wachstum des Lebens. Aber wozu dient das alles? Nicht nur für den Aufbau einer schönen Gemeinde, nein. Je mehr du im Leben wächst, desto mehr lernst du gegen den Feind zu kämpfen.

Als der König Jesus auf dieser Erde war, war er zu allen freundlich und waren alle freundlich zu ihm? Nein. Uns geht es heute nicht anders. Ein gutes Zeugnis zu haben bedeutet nicht, dass uns alle wohlgesonnen sind. Paulus sagte: „Und tatsächlich werden alle, die göttlich leben wollen in Christus Jesus, verfolgt werden“ (2.Tim. 3:12).

Leben wir göttlich hier in unserer Stadt? Oder achten wir vor allem darauf, dass niemand uns verfolgt. Das ist nicht schriftgemäß. Wenn der Feind uns in Ruhe lässt, stimmt etwas nicht mit uns. Denke daran, dass wir mit den finsteren Mächten und Gewalten zu kämpfen haben. Wenn wir dem Herrn treu sind, werden wir keine Ruhe haben – und es ist auch gut, keine Ruhe zu haben. Der Herr hatte auch keine Ruhe auf dieser Erde, auch seine Jünger nicht, und in der Apostelgeschichte hatten die Gemeinden ebenfalls keine Ruhe.

Der Herr muss uns erwecken. Wenn wir über das Reich reden, dann müssen wir erkennen, dass es einen Kampf gibt, und wir müssen diesen Kampf bis zum Ende kämpfen. Wir suchen nicht absichtlich die Schwierigkeiten, wir wollen auch niemand beleidigen, aber wir reden die Wahrheit nach der Schrift, denn nur die Wahrheit wird die Menschen frei machen.

„Herr, dein Reich komme!“ Wenn du so betest, wird der Herr zu dir sagen: „Dann arbeite mit!“ Du kannst nicht einfach beten: „Herr, dein Reich komme!“ und dann gehst du schlafen. Wer betet: „Dein Reich komme!“ muss auch mitarbeiten und mitkämpfen. Lobt den Herrn!