3. Fall und Rückgewinnung der Gemeinde

Teil 1

Von Ephesus bis nach Laodicea sehen wir die Entwicklung der Gemeinde in den letzen 2000 Jahren. Schon die Epheser haben in der Beziehung zum Herrn ihre Erste Liebe verlassen. Die Gemeinde in Smyrna muss große Verfolgung erdulden (vgl. Offb. 2:9-10). Tatsächlich wurden die Christen unter den römischen Kaisern zu dieser Zeit stark verfolgt. Danach kommt die Gemeinde in Pergamon. Hier wurde der Glaube mit der Welt vereint, denn das Wort Pergamon bedeutet Ehe oder Hochzeit. Dies geschah als ca. 300 n.Ch. der Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion erklärte und Gläubige wie Ungläubige zu sog. Christen machte und heidnische Bräuche mit dem christlichen Glauben vermischt wurden. So zeigt der Herr Johannes in der Offenbarung also schon die ganze Entwicklung die die Gemeinde durchmachen wird. Der absolute Tiefpunkt der Gemeinde ist mit Thyatira erreicht. Tatsächlich herrschte im Mittelalter, in dem das System der katholischen Kirche fast die gesamte Welt beherrschte, tiefe Finsternis. Viele Wahrheiten aus der Schrift waren nicht mehr zugänglich. Aber uns interessiert nicht so sehr der Fall, sondern vielmehr die Wiederherstellung der Gemeinden.

Luther begann im Jahr 1517 einige Wahrheiten der Bibel wiederzuentdecken. Es folgte die Reformationskirche. Von den sieben Gemeinden beschreibt Sardes die Gemeinde die aus der Reformation hervorgegangen ist. Aber auch alle Gemeinden die auf der Reformationsbewegung aufbauen werden mit Sardes beschrieben. Zu Sardes spricht der Herr: „Du hast den Namen das du lebst und bist tot.“ (Offb. 3:1) Sowohl die Reformationskirche als auch alle Denominationen welche aus ihr entstanden sind, haben sich zu einer Organisation entwickelt und sind bei dem stehen geblieben was sie einst Gutes aus der Schrift neu entdeckt haben. Das Problem dabei ist, dass sie dadurch nicht mehr offen sind für Gottes reiches Sprechen und es an der lebendigen Beziehung zu unserem Herrn oft fehlt. Außerdem haben unterschiedliche Ansichten zu vielen Trennungen unter Gottes Volk geführt. Die Entwicklung nach der Reformation ging so weit, dass es sehr viele verschiedene Gruppen und Glaubensrichtungen gab die keine Gemeinschaft mehr miteinander haben konnten weil jeder auf seinen Standpunkt beharrte. Es ist heute wirklich ein Problem, dass es keine Einheit unter den Kindern Gottes gibt. Dabei ist es Gottes ausdrücklicher Wille, dass wir alle EINS sind. (Johannes 17:22f)

Wir haben in dieser Versammlung auch ganz klar gesehen, dass dies nicht das Ende ist. Es gibt noch Philadelphia. Philadelphia heißt übersetzt Bruderliebe. Die Anfänge von Philadelphia entstanden 1727 bei den Böhmischen Brüdern. Dort war es erstmals wieder möglich, dass sich Brüder in Einheit und Einfachheit versammeln. Auch 1827 sehen wir, wie die Brüderbewegung immer mehr erkannte, dass es nur einen Leib gibt. Für diese Vision haben sie ihren Hintergrund aufgegeben um sich in Einheit zu versammeln. Weiter erkannten sie, dass es im Neuen Testament keine institutionellen Priester, Pfarrer oder Pastoren gibt, sonder dass wir alle Priester sind (Offb. 1:6) und sich der Herr durch jeden einzelnen in der Versammlung durch seinen Geist mitteilen will. Diese Wiederentdeckungen der Wahrheit brachte den Brüdern damals eine große Fülle von Leben und Reichtum mit dem lebendigen Herrn.

Doch leider hört die Beschreibung der sieben Gemeinden mit Philadelphia nicht auf. Nach Philadelphia kommt Laodicea. Zu Laodicea sagt der Herr: „Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich und arm und blind und bloß bist….“ Es besteht die Gefahr, dass wenn wir viel den Herrn erfahren haben, viel über ihn wissen und viel Offenbarung von ihm bekommen dass wir dann satt werden und uns mit dem zufriedengeben was wir bekommen haben. Diese Entwicklung sehen wir auch bei den Brüderbewegungen 1727 und 1827.

Wir haben an diesem Wochenende ganz klar gesehen, dass wir in einer beständigen Ausrichtung auf den Herrn bleiben müssen und dass wir nicht aus dem Lebensstrom, mit welchem er uns versorgen will, austreten dürfen. Der Herr sagt im Matthäus Evangelium 5 Vers 3: „Selig sind die Armen im Geist den ihnen gehört das Reich der Himmel.“ Wenn wir denken, dass wir reich sind und alles schon kennen oder denken wir seien auf dem richtigen Weg und brauchen nichts mehr, dann stehen wir wirklich sehr in der Gefahr zu Laodicea zu werden. Deshalb lasst uns arm in unserem Geist sein, damit wir bedürftig bleiben und allezeit die Gemeinschaft mit unserm Herrn suchen der die Quelle des Lebens ist und alles für uns bereithält was wir zur Göttlichkeit brauchen. Der Herr will seine Gemeinde vollenden. Dafür hat er uns reichlich Offenbarung gegeben in seinem Wort. Wir stehen kurz vor dem Wiederkommen des Herrn. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir sehen auf welcher Grundlage Philadelphia steht und dass wir daran festhalten und unseren Siegeskranz nicht nehmen lassen. (Offb. 3:11)

Teil 2

In der Gemeinde in Philadelphia zeigt uns der HERR, dass wir nicht viel Kraft brauchen, sondern dem HERRN treu bleiben sollen, indem wir an der Bruderliebe festhalten und sein Wort bewahren (Offb. 3:10-11). Gottes Maßstab und Standard ist es nicht, dass wir gemäß der Schrift alles aus eigener Kraft richtig machen, sondern dass wir in seiner Liebe und in der Liebe zu allen Heiligen stehen. Wenn wir an dieser wunderbaren ersten Liebe zum HERRN vorbeigehen, dann erkennen wir an der Gemeinde in Ephesus, dass wir zugleich auch am Ziel des HERRN vorbeigehen und von seinem Weg abfallen. Die Geschichte zeigt, dass die Gemeinde keine Buße getan hat und somit immer weiter vom HERRN abgefallen ist bis zu dem Punkt, dass sie sogar „das Weib Isebel“ bei sich duldet (Offb. 2:20).

Mit Luther hat der HERR ab 1517 dann wieder angefangen neu seine Gemeinde wiederherzustellen. Nach ihm folgten weitere Brüder und Bewegungen, die den HERRN suchten und Licht empfangen hatten, sodass der HERR der Gemeinde eine offene Tür geben konnte wieder neu voranzugehen. In dieser Zeit der Wiederherstellung stehen auch wir heute und genauso wie jene Brüder brauchen wir immer wieder neu Licht und Offenbarung vom HERRN, damit ER uns ganz zum Ziel leiten kann. An vielen der damaligen Bewegungen muss man heute leider feststellen, dass sie nicht weitergangen sind, weil sie nur an einer oder wenigen Offenbarungen des HERRN festgehalten haben. Laodicea warnt uns davor, dass wir nicht dabei bleiben nur einmal Offenbarung zu empfangen. Wir müssen immer wieder den HERRN suchen und Gold von IHM kaufen bzw. Offenbarung erhalten. Wenn wir heute nicht am HERRN festhalten, brennen wir auch nicht in SEINER Liebe für IHN und die Geschwister und wir werden ebenfalls lau. Unser Weg Philadelphia zu werden und zu bleiben ist, dass wir den Hunger nach dem HERRN und seinem Wort bewahren, indem wir täglich zum Baum des Lebens kommen und von Christus essen. Es ist wichtig, dass wir in aller Einfachheit bei dieser täglichen Übung bleiben (2. Kor.11:2-3). Wir wollen nicht, dass der Herr noch einmal eine Schleife von 100 Jahren drehen muss bevor er wiederkommen kann. Der HERR soll es mit uns schaffen SEINE Gemeinde ganz ans Ziel zu führen.

Wir wollen Philadelphia sein; wir wollen den HERRN festhalten! Lobe den HERRN, wir haben IHN und wir lieben IHN! Diese Liebe wollen wir bewahren!