Thema im Sommersemester 2018: Vater, dein Reich komme!

Einleitung
Dieses Semester werden wir über das Reich Gottes in den verschiedenen Zeitaltern sprechen. Die ersten Worte der Verkündigung von Johannes dem Täufer und von Jesus waren: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!“ (Matthäus 3:2; 4:17). Das Reich Gottes hat eine zentrale Rolle in Gottes Vorsatz. Des Weiteren lehrt Jesus seine Jünger zu beten, indem er sagt: „Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden“ (Matthäus 6:9-10).


Die zentrale Rolle des Reiches Gottes

Das kurze Gebet, das Jesus seine Jünger lehrte, zeigt schon sehr deutlich, dass das Reich Gottes kommen soll. Bemerkenswert ist, dass Jesus, nachdem er auferstanden ist, 40 Tage mit seinen Jüngern Zeit verbringt, bevor er in den Himmel auffährt. In dieser begrenzten Zeit teilte er seinen Jüngern das Wichtigste mit, nämlich worauf es wirklich ankommt. Die Apostelgeschichte berichtet, dass Jesus in diesen 40 Tagen mit seinen Jüngern über das Reich Gottes redete (vgl. Apostelgeschichte 1:3). Auch der Apostel Paulus hatte stets das Reich Gottes vor Augen und legte während seiner Haft in Rom vom Morgen bis zum Abend in einem ausführlichen Zeugnis das Reich Gottes dar (vgl. Apostelgeschichte 28:23) und die letzten zwei Verse der Apostelgeschichte enden mit: „Paulus aber blieb zwei Jahre in einer eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen; und er verkündigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit aller Freimütigkeit und ungehindert“ (Apostelgeschichte 28:30-31). Aus all diesen Versen wird ersichtlich, dass das Reich Gottes sehr wichtig ist und auch wir darüber im Klaren sein sollten, worum es geht und was es mit dem Reich Gottes auf sich hat.

Das Reich Gottes ist umkämpft

Es stellt sich die Frage, warum Jesus und Paulus so viel über das Reich Gottes reden. Auf den ersten Blick scheint alles sehr einfach. Gott möchte sein Reich haben. Da Gott alle Dinge möglich sind, kann er sein Reich in einem Augenblick aufrichten. Doch es gibt ein Problem. Gott hat sich den Menschen ausgewählt, mit ihm sein Reich zu bekommen. Und das ist das Problem. Bei Gott gibt es kein Problem, aber bei uns Menschen gibt es viele Probleme. Zusätzlich kommt hinzu, dass es einen Widersacher, den Teufel, gibt, der gegen das Reich Gottes kämpft. Es gibt seit dem Fall Satans einen ständigen Kampf um das Reich Gottes. Jesus beschreibt den Zustand des Reiches folgendermaßen: „Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich“ (Matthäus 11:12). Gott möchte auf der Erde mit und durch den Menschen regieren, aber der Teufel möchte auch auf der Erde regieren. Aus diesem Grund leidet das Reich der Himmel Gewalt. Es tobt ein ständiger Kampf darum.

 

Luzifers Fall

Als Gott die Erde erschuf, hatte er sie wunderbar gemacht (Jesaja 45:18). Noch bevor der Mensch erschaffen wurde, gab Gott die Herrschaft über die Erde den Engeln (Hebräer 2:5). Der größte und schönste unter den Engeln war Luzifer. Hesekiel zeigt, dass Gott den Luzifer als gesalbten und schützenden Cherub eingesetzt hat und dieser auf dem heiligen Berg Gottes war (vgl. Hesekiel 28:14). Gott gibt den Engeln die Herrschaft über die Erde. Doch Luzifer wurde stolz und überhob sein Herz wegen seiner Schönheit (vgl. Hesekiel 28:17) – er wurde zu Satan, dem Teufel, dem Feind Gottes. Das war die Geburtsstunde des Kampfes um das Reich Gottes.

 

Der Sündenfall

Aufgrund der Rebellion Satans richtete Gott die Erde, sodass sie wüst und leer wurde (1.Mose 1:2). Er erschuf den Menschen, sodass dieser über die Erden herrschen solle. Doch Satan startete einen Gegenschlag, indem er den Menschen zur Sünde verführte und der Mensch aus dem Garten Eden geworfen wurde (1.Mose 3:23). Anstatt nach Gottes Maßstab zu regieren, begann der Mensch viele schlimme Dinge zu tun, welche Gott sehr missfielen. Schon nach wenigen Generationen musste Gott fast die komplette Menschheit durch eine große Flut richten. Nur Noah und seine Familie überlebten in der Arche.

 

Das Volk Israel

Später erwählte Gott Abraham und rief ihn aus Ur in Chaldäa, einem Ort des Götzendienstes (Josua 24:2). Er wollte durch Abraham eine Nation hervorbringen, die ihm als ein Königreich von Priestern dient (2.Mose 19:6). Aus Abraham entstand das Volk Israel. Durch dieses Volk wollte Gott sein Reich auf der Erde haben. Die Geschichte zeigt, dass das Volk Gottes immer wieder gegen Gott rebellierte und die Könige von Israel sehr viele Gräuel verübten, die in Gottes Augen sehr schlimm waren. Gott musste sein Volk Israel richten und ließ es durch König Nebukadnezar in die Gefangenschaft nach Babylon bringen.  Doch Gott möchte sein Reich immer noch haben.

 

Das erste Kommen Christi

Mit dem Ersten Kommen Jesu Christi erfüllt Gott seine Verheißung an das Volk Israel: „Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da ich das gute Wort erfüllen werde, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda geredet habe. In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen Spross der Gerechtigkeit hervorsprießen lassen, und er wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden. … Denn so spricht der HERR: Es soll David nie an einem Mann fehlen, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt!“ (Jeremia 33:14-15, 17). Durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, seinen Tod, seine Auferstehung und seine Auffahrt auf den Thron wurde Satan völlig zerstört (Hebräer 2:14). Alle, die an Jesus Christus glauben und in ihn hinein getauft werden, können heute den Sieg über Satan erfahren und in Gottes Reich hineinkommen. Zu Nikodemus sagt Jesus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!“ (Johannes 3:5). Der Eingang in das Reich beginnt also mit Glaube und Taufe!

 

Das zweite Kommen Christi – das 1000-jährige Reich

Doch so leicht gibt der Teufel nicht auf. Er kämpft ununterbrochen gegen die Christen und lenkt sie ab mit Dingen dieser Welt und der Religion. Wer heute an Jesus Christus glaubt und wirklich möchte, dass das Reich Gottes kommt, steht mitten in einem geistlichen Kampffeld. Dazu müssen wir uns mit der ganzen Waffenrüstung Gottes rüsten, damit wir den listigen Kunstgriffen des Teufels standhalten können und Gott in uns sein Reich bekommt (vgl. Epheser 6:11).

 

Jesus wird bald wiederkommen. Bei seinem zweiten Kommen wird Gottes Reich sichtbar für alle Menschen offenbar werden. Die Prophetie aus Daniel wird erfüllt werden, welche sagt: „Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen“ (Daniel 2:44). Wenn Jesus das zweite Mal auf die Erde kommen wird, wird er das Reich Gottes über die ganze Erde ausbreiten. Alle Königreiche werden zermalmt werden und Christus wird mit den treuen Gläubigen 1000 Jahre regieren (Offenbarung 20:6). Danach beginnt die Ewigkeit mit dem Neuen Jerusalem. Zu dieser Zeit wird der Feind Gottes letztendlich geschlagen und Gottes Reich wird in Ewigkeit bestehen.

 

Wo möchte Gott sein Reich haben

Sehr oft gibt es die Vorstellung, dass die Christen irgendwann in den Himmel gehen werden. Jesus lehrte seine Jünger zu beten: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden“ (Matthäus 6:10). Es geht also nicht darum, dass ein Christ in den Himmel kommt. Nein, vielmehr möchte Gott dass sein Reich auf diese Erde kommt. Auch in Offenbarung bestätigt er: „… und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden“ (Offenbarung 5:10). Gott möchte sein Reich auf dieser Erde aufrichten. Es geht um die Erde. Sie gehört dem Herrn (Psalm 24:1); er wird sie auch wieder zurückerobern und hier sein Reich für immer errichten. Wir dürfen nicht denken, dass diese Erde für Gottes Reich unbedeutend wäre. Sie ist sehr wichtig und daher auch so umkämpft.

 

In den kommenden Wochen möchten wir genauer sehen, mit welcher List Satan gegen Gottes Reich kämpft und wie Gott dennoch sein Reich auf die Erde bringen wird. Das hat sehr viel mit uns heute zu tun. Deshalb ist es unser Gebet: „Vater, dein Reich komme!“